Teddy Knopfbär (02) – Das Felsenmeer in Hemer

(Pflicht-Anmerkung: Dieser Beitrag enthält Werbung in Form von Links zu anderen Blogs nach dem Ende der Geschichte)

Liebes Reisetagebuch.

Heute war es endlich so weit. Der Marco, mein bester Freund, und ich, Teddy Knopfbär, sind zu unserer ersten Reise aufgebrochen.
Weit sind wir dabei zwar nicht gekommen, aber dafür war es umso aufregender. Wir sind zu Fuß zum Felsenmeer gewandert. Im Rucksack befanden sich Butterbrote, Getränke und natürlich ich ganz oben drauf. Mit dem Kopf konnte ich noch nach draußen schauen.
Zuerst habe ich mich natürlich gefragt, warum der Marco seine Wanderschuhe angezogen und sich mit einem Wanderstock bewaffnet hat. Denn am Meer braucht man doch nur Badehose und Handtuch. Sonnencreme konnte ich im Rucksack auch nicht finden. Alles ganz schön komisch. Und ist das Meer nicht zu weit weg, um es zu Fuß zu erreichen?
Aber dann waren wir viel schneller da, als ich gedacht hatte. Vor Ort war ich allerdings sehr erstaunt. Ein Meer? Nee. Da war gar kein Meer. Nur ein großer Wald. Von Wasser keine Spur. Nicht einmal eine Pfütze war zu finden. Wo waren wir da nur hin geraten?
Ich kramte ein kleines Navigationsgerät unter meinem Po hervor. Wir waren noch immer in unserer Heimatstadt Hemer. Genauer gesagt, waren wir zwischen den beiden Ortsteilen Deilinghofen und Hemer. Auch auf dem Display war kein Wasser zu sehen. Hatte ich etwa meine Schwimmflügel umsonst eingepackt?
Und da sah ich dann auch schon ein großes Hinweisschild. Wir waren tatsächlich am Felsenmeer angekommen. Kein Meer mit Fischen, sondern ein Wald voller Felsen. Das Felsenmeer.
Über eine Stunde haben wir uns darin Zeit gelassen, denn es gab ganz viel zu entdecken. Riesig große Felsen, tiefe Schluchten und große Bäume, die auf den nackten Steinen wachsen. So etwas habe ich vorher noch nie gesehen.
Auf unserem Weg musste der Marco immer wieder aufpassen, denn überall waren Steine und Baumwurzeln, über die man stolpern konnte.
Marco hat dann auch in seinem Handy nachgelesen, dass es ganz viele Höhlen im Felsenmeer gibt, die alle miteinander verbunden sind. Würde man in einer Schlucht ein Feuer anzünden, könnte der Rauch überall aus anderen Schluchten im Felsenmeer aufsteigen. Das hat natürlich noch nie jemand ausprobiert und wir wollten das auch nicht. Es ist nämlich verboten, über die Felsen zu klettern, weil es einfach zu gefährlich ist.
Am Ende unseres Rundgangs entdeckten wir noch ein paar Hinweisschilder. Ganz in der Nähe sind nämlich der Sauerlandpark und die Heinrichshöhle. Fein. Dann weiß ich ja, wo wir demnächst noch hingehen werden.

Bis bald.
Dein Teddy Knopfbär.

Liebes Reisetagebuch.

Ich habe dir ja schon berichtet, dass der Marco und ich das Felsenmeer in Hemer besucht haben. Aber weißt du eigentlich, wie das Felsenmeer entstanden ist? Dazu gibt es nämlich eine ganz interessante Geschichte.

Vor langer Zeit war der Teufel auf Wanderschaft. Auf seinem Rücken trug er einen großen Sack, in dem große Steine steckten. Angestrengt setzte er einen Fuß vor den anderen und schleppte sich so vom Münsterland aus nach Süden.
Der Schweiß lief ihm in Strömen über das Gesicht und tropfte von seinem Kinn herab.
Jeder Tropfen, der auf den Boden platschte, fraß sich in die Erde hinein und bildete tiefe Höhlen.
»Oh man, ist der Sack schwer.« beschwerte sich der Teufel immer wieder. Aber das Murren half nichts, denn seine Schwiegermutter wollte sich mit den Steinen einen neuen Kamin mauern lassen.
Und so setzte der Teufel seinen Weg fort. Denn, wenn es etwas gibt, wovor der Teufel Angst hat, dann ist es der Zorn seiner Schwiegermutter.
Irgendwann erreichte er einen Wald, um den später die Stadt Hemer entstehen sollte.
»Ich würde gerne eine Pause machen.« keuchte der Teufel. Aber dafür war keine Zeit. Er musste bis zum Sonnenuntergang am Ziel angekommen sein, sonst würde er kein Abendessen bekommen.
»Vielleicht den Sack nur ein Stück tiefer halten.« stöhnte er. »Vielleicht wird es dann etwas leichter.«
Aber da war es bereits geschehen. Der Sack ratschte an einem einzelnen Felsen entlang, der neben dem Wald lag und schnitt ihn der Länge nach auf. Schon fielen die Steine heraus und in den Wald hinein.
»Verdammt. So viel Pech kann auch nur ich haben.« war der Teufel verzweifelt. »Jetzt muss ich neue Steine besorgen.«
Er drehte also um und lief den ganzen Weg wieder zurück. Durch sein Missgeschick war das Felsenmeer entstanden. Das sollte der Teufel allerdings nie erfahren.

(c) 2014, Marco Wittler

 

Mit dabei sind diesmal:
09.07. – Vanessa ** 10.07. – Jacky ** 11.07. – Marco ** 12.07. – Annette

Hinweis: Die Links funktionieren erst am Erscheinungstag ab 8.00h 😉

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