Teddy Knopfbär (03) – Der Wildwald in Arnsberg-Voßwinkel

Liebes Reisetagebuch.

Heute waren der Marco und ich, Teddy Knopfbär, wieder unterwegs. Wir fuhren mit dem Auto in den Wildwald. Wildwald? Was soll das denn sein? Ein Wald, in dem hinter jedem Baum ein wildes Tier lauert? Löwen? Elefanten? Tiger?
Das klang ganz schön gefährlich. Nur zu gern hätte ich mich im Bett unter der Decke versteckt. Wer begibt sich denn schon freiwillig in so eine gefährliche Gegend? Aber leider hatte ich keine Chance zur Flucht. Ich wurde im Auto angeschnallt und dann ging es los.

Nach einer halben Stunde parkte Marco das Auto. Wir waren zwar in einem Wald, aber der sah so gar nicht nach Dschungel aus. Eigentlich war das hier, wie überall sonst auch. Das beruhigte mich sehr. Also ließ ich mich bereitwillig in den Rucksack setzen.

Im Wildwald kann man sehr viele aufregende Dinge entdecken. Normalerweise sind Waldtiere sehr scheu. Sobald sie den Geruch eines Menschen wahrnehmen, laufen sie weg und verstecken sich. An diesem Ort ist das aber anders. Die Tiere werden regelmäßig gefüttert und sind an Menschen gewöhnt.

Wir durften eigenhändig Schweine, Schafe und Ziegen füttern. Bei der Fütterung der Wildschweine waren wir hautnah dabei. Nur ein dünner Zaun trennte uns von den lauten Quiekern, die sich gierig auf ihren Mais stürzten.
Es gibt im Wildwald sogar Raubtiere. Zwei kleine Waschbären haben wir gesehen. Die hatten aber kein Interesse an ihrem Futter, sondern spielten ungestört weit oben in den Bäumen und machten richtig viel Lärm.

Die Marderhunde waren etwas scheuer, aber dafür konnte man ihnen gut beim Fressen zusehen. Uhus wurden auch gefüttert. Die hatten daran aber kein Interesse. Sie fressen nur, wenn es dunkel wird. Also blieben sie auf ihren Ästen sitzen.

Etwas weiter entfernt gab es ein großes Hirschrudel. Es war richtig aufregend, diese Tiere mit den großen Geweihen so nah und ohne Fernglas beobachten zu können. Das war unglaublich schön.

Aber das Beste am ganzen Besuch war ein kleines Eichhörnchen. Es sah ganz anders aus, als seine Verwandten, denn sein Fell war schneeweiß. Im Winter kann es bestimmt super Verstecken spielen. Spielen ist wohl eh seine Lieblingsbeschäftigung, denn es tobte die ganze Zeit durch deinen riesigen Käfig.

Und nun sitze ich wieder zu Hause und muss die ganze Zeit grinsen. Ich habe heute nämlich gelernt, dass wilde Tiere nicht immer nur wild, ungestüm und gefährlich sein müssen.

Keine Angst vor wilden Tieren

Der kleine Tobi spazierte mit stolzer Brust durch den Urwald. Angst vor wilden Tieren hatte er nicht. Er war nicht, wie die anderen Bewohner des Waldes. »Wilde Tiere. Pah! Wenn man ganz viel Mut im Herzen trägt, dann hat man vor gar nichts Angst.«
Tobi kletterte auf Bäume, er spielte mit Lianen, die bis zum Boden herunter hingen und rannte zwischen Bäumen und Büschen hin und her, ohne sich Sorgen zu machen.
»Mich wird niemand fressen. Ich bin viel zu stark und mutig.« freute er sich von morgens bis abends.
Eines Tages führte ihn einer seiner Spaziergänge an einen kleinen Teich. Es war das erste Mal, dass er an so einen Ort kam. Neugierig schnuppernd tastete er sich an das Ufer heran und sah in den Teich hinein.
»Zu Hilfe!« rief er plötzlich, stolperte zurück und versteckte sich zitternd hinter einem Busch. »Da ist ein wildes Tier mit schwarz-gelben Streifen und großen Zähnen im Wasser. Es will mich bestimmt auffressen.«
In diesem Moment kam ein lachender Affe von einem der Bäume herunter geklettert.
»Hast du wirklich Angst vor dem Tier, dass du gerade gesehen hast?« fragte er.
Tobi nickte und traute sich immer noch nicht aus seinem Versteck. Der Affe hingegen ging zum Wasser und sah ruhig hinein. »Ein Streifentier kann ich hier nicht entdecken, dafür aber einen unverschämt gut aussehenden Affen.«
Tobi runzelte die Stirn. »Gerade war es aber noch da. Es muss sich versteckt haben.«
Der Affe lachte wieder. »Das hat es tatsächlich. Es liegt nämlich ängstlich hinter einem Busch und zittert.«
Er ging zu Tobi, nahm ihn an der Pfote und brachte ihn zurück ans Wasser.
»Du bist das Streifentier. Im Wasser hast du dich selbst gesehen.«
Nun sah es der kleine Tiger auch. Er grinste verlegen und wurde ganz rot im Gesicht.

(c) 2014, Marco Wittler

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